James Johnson - Tlingit Artist and Carver
James Johnson - Tlingit Artist and Carver

James Johnson – Tlingit-Künstler und Schnitzer

James Johnson
Ich bin Tlingit aus Südost-Alaska und gehöre dem Dakl’aweidi-Clan (Killerwal-Clan) an. Ich bin ein Tlingit-Künstler und Schnitzer. In unserer Sprache gibt es kein Wort für ‚Kunst‘ – die Werke sind eine visuelle Sprache, die die Geschichten und die Geschichte des Tlingit-Volkes über 10.000 Jahre hinweg erzählt. Dieses Handwerk ist eine lebenslange Aufgabe, mit der wir unsere Kultur und Traditionen weitertragen.

Ich widme mich dieser Kunstform seit 17 Jahren. Als ich anfing, war es schwer vorstellbar, dass meine Arbeiten einmal in Museen gezeigt würden. Ich glaube, Dinge passieren, wenn die Zeit reif ist – man muss geduldig sein und dem Prozess vertrauen.
Diesen Sommer habe ich fünf Ausstellungen im ganzen Land. Das ist nicht zufällig geschehen. Es erfordert Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und den Mut, Ja zu sagen, wenn sich Chancen ergeben.
Mein Vater hat mich gelehrt, mich nicht zu früh an meine Arbeit zu binden. Wenn ein Werk fertig ist, muss man es loslassen und ihm erlauben, dorthin zu gehen, wo es hingehört. Dieses Denken stammt aus traditionellem Wissen: Wenn Schnitzer einen Totempfahl fertiggestellt hatten, durften sie ihn nicht mehr berühren – er gehörte nicht mehr ihnen, sondern den Menschen.
Am wichtigsten ist das Handwerk. Mit Übung entwickelt sich Können weiter – die Fähigkeit, jedes Stück Holz in die Hand zu nehmen und daraus etwas Bedeutungsvolles zu schaffen.

Ich widme mich dieser Kunstform seit 17 Jahren. Als ich anfing, war es schwer vorstellbar, dass meine Arbeiten einmal in Museen gezeigt würden. Ich glaube, Dinge passieren, wenn die Zeit reif ist – man muss geduldig sein und dem Prozess vertrauen.
Diesen Sommer habe ich fünf Ausstellungen im ganzen Land. Das ist nicht zufällig geschehen. Es erfordert Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und den Mut, Ja zu sagen, wenn sich Chancen ergeben.
Mein Vater hat mich gelehrt, mich nicht zu früh an meine Arbeit zu binden. Wenn ein Werk fertig ist, muss man es loslassen und ihm erlauben, dorthin zu gehen, wo es hingehört. Dieses Denken stammt aus traditionellem Wissen: Wenn Schnitzer einen Totempfahl fertiggestellt hatten, durften sie ihn nicht mehr berühren – er gehörte nicht mehr ihnen, sondern den Menschen.
Am wichtigsten ist das Handwerk. Mit Übung entwickelt sich Können weiter – die Fähigkeit, jedes Stück Holz in die Hand zu nehmen und daraus etwas Bedeutungsvolles zu schaffen.

Lib-Tech Double Dip (22/23) Art Institute of Chicago / Skulpturenhof der Kunst Amerikas / Foto mit freundlicher Genehmigung des AIC

Ich halte lieber den Kopf unten und arbeite jeden Tag daran, mich selbst zu verbessern. Im Prozess gibt es Momente, auf die man stolz ist. Ob es die Rundung einer Maske ist, ein präziser Schnitt an einer Bentwood-Box oder die Balance eines gerade entstandenen Designs – diese Momente tragen Magie in sich. Meine Vorfahren haben extrem hohe Maßstäbe für das gesetzt, was wir Künstler heute tun. Jeder Künstler wird sagen, dass wir noch nicht dort sind. Heute haben wir alle erdenklichen Werkzeuge zur Verfügung, doch ihre Kunst war besser, weil sie über Wissen verfügten, das uns heute fehlt. Dieses generationenübergreifende Wissen wurde während der Kolonisierung der Tlingit in Alaska unterbrochen. Viel ging verloren. Als Künstler heute trägst du eine viel größere Verantwortung als nur etwas Schönes zu schaffen – du trägst diese Tradition, diese Kultur und unsere Geschichte mit dir. Ich nehme dieses Gewicht an, das ist meine Lebensaufgabe.

Tlingit Sea Lion War Helmet / Rotzeder, Robbenbart / Museum of Art, Fort Collins, CO